Kastenwände, deckenhoch
Systemprogramme an unebenen Decken. Fuge oben bewusst, nicht als Unfall. Kippsicherung in jeden Korpus.
Linie D · Einbauten
Wiener Dachgeschosse haben Schrägen, die in keinem Raster vorkommen. Ein Systemkasten steht dort nur, wenn jemand die Diagonale misst und die Füllstücke nicht dem Zufall überlässt. Das ist unsere Arbeit: nicht der Entwurf des Möbels, sondern sein Sitz im Raum.
In Döbling lag das Systemmaß bei 236 cm, die Traufhöhe bei 231. Wir haben die Krone weggelassen und die Schiebetür um 18 mm gekürzt — mit Freigabe des Händlers, sonst wäre die Garantie weg gewesen. Ohne diese Freigabe hätten wir abgesagt, nicht heimlich gesägt.
Ein einzelner freistehender Kasten ohne Schräge ist oft Linie A. Sobald Nische, Decke oder Schiebetür ins Spiel kommen, gehört der Auftrag hierher.
Systemprogramme an unebenen Decken. Fuge oben bewusst, nicht als Unfall. Kippsicherung in jeden Korpus.
Laufschiene justiert, bis sie leise bleibt. Bodenführung, die nicht am Teppich hängt.
Vorzimmer mit schiefen Fluchten. Hakenleisten in einer Linie, auch wenn die Wand das nicht will.
Wenn der Hersteller das so liefert. Wir bauen keine begehbare Ankleide aus Rohspan ohne Plan.
Bei Schrägen und Nischen fahren wir vorher. Fotos vom Handy ersetzen kein Maß an der Traufe. Das Aufmaß wird bei Auftrag gutgeschrieben, siehe Tafel.
Maßanfertigungen aus der Tischlerei montieren wir, wenn Beschläge und Pläne mitkommen. Fräsen am Stück vor Ort nur in engem Rahmen — sonst gehört das zurück in die Werkstatt des Tischlers.
Türen, die an der Schräge schleifen. Korpusse, die vorne schließen und hinten klaffen. Schiebetüren, die aus der Schiene springen, weil der Boden um 9 mm fällt. All das ist vermeidbar und trotzdem häufig — weil der Karton „passt in 240“ sagt und die Wohnung 233 an der tiefsten Stelle hat.
Wir schreiben die Abweichung in die Akte, bevor wir kürzen oder absagen. Sie entscheiden. Wir sägen nicht still, um einen Termin zu halten.
Raumecken, Decke, gewünschtes System. Wir sagen, ob ein Aufmaßtermin nötig ist.